Ein Pissoir im Museum, eine Nackte im Badesee – Skandal!?

Marcel Duchamp riskierte seinen Ruf als ernst zu nehmender Künstler, als er 1913 erstmals ein „Ready Made“ präsentiert. Der Flaschentrockner als Museumsstück vemag heute kaum noch irgendjemanden zu beeindrucken. Doch das Pariser Kunstpublikum der Jahrhundertwende, dessen größter Schock bislang darin bestanden hatte, in Manets „Frühstück im Grünen“ bekannte Töchter der Stadt allegorisch verbrämt als nackte Grazien beim Picknick porträtiert zu sehen, zeigte sich weder gelangweilt noch amüsiert, sondern war schlichtweg entsetzt.

Duchamp schürte die Diskussion, in dem er kurze Zeit später sogar ein Pissoir im Ausstellungsraum drapierte – und wieder brodelte die Stadt. War das noch Kunst? Was überhaupt war Kunst? Und wer legte fest, wann was ins Museum darf und wann nicht?

Kein gebildeter Kunstkenner der heutigen Zeit versteht Duchamps „Ready mades“ als Absurdität, sondern interpretiert sie als ernst zu nehmenden Beitrag in einer Kunstdebatte, die bis heute noch nicht ausgestanden ist – weswegen eben auch Jeff Koons immer wieder in den Feuilletons der westlichen Welt Beachtung findet. Dabei wird nicht zuletzt auch eine Debatte über die Rolle der Erotik in der Kunst geführt. Dass solcher Tabubruch bis heute für Aufsehen sorgt zeigt, wie wenig die sexuelle Revolution von 1968 sich in der Moral der Deutschen verankert hat.

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