Sinnlos, aber erfolgreich: „Für das Beste im Mann“

Die Kreativen konnten sich den Erfolg selbst nicht recht erklären. Kaum war die Kampagne angelaufen, rannten Tausende Männer wie unter Hypnose in die Geschäfte, um sich das Zauberwerkzeug zu kaufen. Warum bloß? Besonders günstig war der Rasierapparat nicht gerade, dieser „Sensor“. Und neu war die Idee eigentlich auch nicht. Aber es gab da diesen Satz, der immer am Ende des Werbespots lief und das neue Produkt begleitete: „Für das Beste im Mann“. Weiterlesen

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Archimedes – Genie oder PR-Gag aus der Badewanne?


Es muss ja nicht immer gleich ein Plagiat sein, mit dem man in der akademischen Welt für Schlagzeilen sorgt; es geht auch weniger spektakulär – und dann wird meist ein echter PR-Coup draus: In Forschung und Wissenschaft sind kleine Schummeleien an der Tagesordnung, vor allem wenn es um den Moment des genialen Einfalls geht. Erinnern wir uns zum Beispiel an den Schulunterricht. Weiterlesen

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„Ein Yeti also?“

Buchcover


Als ein Beispiel von vielen, wie sich mit dem Aufdecken eines Geheimnisses Ruhm erheischen lässt, ohne dass in dieser ach so aufgeklärten Welt die Sphäre des Unbegreiflichen wirklich entschlüsselt würde, sei die Geschichte des Yeti erzählt. Der legendäre Schneemensch, der seit Ewigkeiten in den Bergen des Himalaya haust, zählt heute nicht mehr zu den reinen Legende der Welt. Das Mysterium ist gelöst. Reinhold Messner hat das Geheimnis gelüftet. Oder ist es nicht doch umgekehrt? Ist nicht Reinhold Messner durch den Yeti selbst zum Geheimnis geworden…? Weiterlesen

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„Eddie the Eagle“ adelt die Olympische Idee


Ein bisschen Menschlichkeit und ein kleines bisschen Augenzwinkern, davon versteht auch Michael David Edwards etwas, der unter seinem Spitznamen bis heute bekannt geblieben ist. „Eddie the Eagle “ ließ den Atem mancher Wintersportbegeisterten stocken. Und dies nicht angesichts fulminanter Leistungen, sondern vielmehr aus Angst, der britische Rotschopf könnte sich Weiterlesen

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Benetton – „mit Pietät und Takt nicht vereinbar“

©Screenshot Google-Suche


Es war eine Sensation: Bei einer legendären Benetton-Kampagne in den 1980er Jahren löste sich die Werbung optisch völlig vom Produkt: Nur ein dezenter Firmenschriftzug verwies noch auf den Auftraggeber. Zudem verzichtete man auch – jedenfalls vordergründig – auf eine positive Botschaft: Unter dem Postulat, die Welt zu zeigen, wie sie ist, setzten Luciano Benetton und sein Fotograf Oliviero Toscani zunehmend auf aufrüttelnde, schockierende Bilder, wobei die Werbung vom Auftritt her in die Nähe der Reportage rückte. Weiterlesen

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Bertha Benz – ein Strumpfband hier, ein Bremsklotz dort

Filmausschnitt "Carl & Bertha"

Dieser Tage widmen die öffentliche-rechtlichen Sendeanstalten der ARD ihre jährlich wiederkehrende „Themenwoche“ dem Aspekt der Mobilität. Höhepunkt dieses sehr facettenreichen Themas und deswegen zu bester Sendezeit (20.15) auf bestem Sendeplatz (Das Erste) platziert ist der Spielfilm „Carl und Bertha„. Es ist eine angeblich wahre Geschichte. Sie findet sich in fast jeder publizierten Automobilchronik und sie soll uns Staunen machen. Ein PR-Gag der Extra-, ja, man möchte kalauern, der S-Klasse! Weiterlesen

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Wie ein echter Mann Lippenstift-Spuren verschwinden lässt

© www.marlboro.com


Mitten in den beschwingten zwanziger Jahren, als jedermann sein Leben in vollen Zügen genoss, tanzte, trank und rauchte, hatte ein Tabak-Konzern auf dem US-Markt große Schwierigkeiten. Das Unternehmen Philipp Morris hatte vor kurzem eine Zigarette namens Marlboro auf den Markt gebracht, die kaum jemand rauchen wollte. Der romantische Werbeslogan lautete „Mild wie der Mai“. Wie der Spruch schon ahnen lässt, war die Zigarette für die weibliche Kundschaft bestimmt. Auf den Anzeigen war eine schmale Frauenhand zu sehen, die nach einer Marlboro greift. Doch alles half nichts, nicht mal der PR-Gag, den elfenbeinfarbenen Filter der Zigarette durch einen roten zu ersetzen, damit die Lippenstift-Spuren daran nicht so auffielen. Niemand interessierte sich so richtig für den Mädchen-Glimmstengel. Weiterlesen

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Luther – kleine Schummeleien eines frommen Rebellen


Mit seinem eleganten Marketing-Mix war der Prediger Paulus seiner Zeit weit voraus. Er beherrschte die Kommunikations-Techniken so sehr, dass er seine PR-Gags sogar zielgruppengerecht variieren konnte:
„Ich wurde den Römern zum Römer, den Juden zum Juden und den Griechen zum Griechen“, berichtete er nicht ohne Stolz, wie er die Sprache seiner Zuhörer, ihre Probleme und ihre Redensarten aufnahm und seine Botschaft in die jeweils passende Form brachte. Diese Art von Chamäleon-Strategie in der Selbstinszenierung scheint sich sehr zu bewähren: 1.500 Jahre später ließ sich ein anderer frommer Mann nicht nur auf die Sprache seiner Zuhörer ein, sondern auch auf deren Bilder.

Martin Luther, der Sohn eines einfachen Bergmanns, war von seinen fleißigen und sparsamen Eltern gehätschelt und gefördert worden, um seinen sozialen Aufstieg zu ermöglichen. Und siehe da, ähnlich wie Paulus wurde der junge Martin durch einen Blitz von Gott ins Kloster abbefohlen, und Martin gehorchte. Mit dieser Art der Erleuchtung und Berufung in den Dienst Gottes stellte sich der junge Martin in die Tradition so ziemlich aller berühmten Heiligen – ein zarter Versuch von Ruhmestausch, den er aber schnell durch andere PR-Strategien ersetzte. Weiterlesen

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Die lila Kuh ist ein waschechter PR-Gag

© http://www.karneval-fasching-shop.de/Karneval/Kostueme-Kinder/Plueschtier-lila-Kuh-Milka-Kinderkostuem-Kinderfasching::2824.html


Um die Herkunft der lila Kuh ranken sich einige Mythen. Die Gängigste ist die, wonach der Art-Director und die Texterin einer Werbeagentur 1972 auf den Gag gekommen sein sollen. Beim Anblick der lila Suchard-Fabrik, der lila Mitarbeiter und der lila Maschinen sollen die beiden auf der Rückfahrt beschlossen haben, auch die Milka-Kuh einzufärben. Die Idee kam ihnen der Legende nach, als sie aus dem Fenster sahen und eine Weide erblickten. Weiterlesen

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1515 – Das Nashorn wird erfunden

Albecht Dürer, Rhinozerus 1515

„Scheiß drauf!“ musste dereinst der Maler Albrecht Dürer gedacht haben, als er von der Sensation des Jahres 1515 in Europa erfuhr: Sultan Muzafar, Herrscher des indischen Königreiches Gujarat, hatte dem „Vizekönig“ über die portugiesischen Besitztümer in Indien, Alfonso de Albuquerque, ein besonders originelles Geschenk gemacht. Zwanzig Monate lang war diese wertvolle Fracht dann auf Nostra Senhora da Ajuda die afrikanische Küste hinab, rund ums Kap der Guten Hoffnung herum über den atlantischen Ozean bis nach Portugal gesegelt und lag nun – am 20. Mai 1515 – neben Pfeffer, Muskat, Zimt und Nelkenpulver, neben Edelhölzern und glänzender Seide im halbfertigen Turm von Belém im Hafen von Lissabon. Ein Schatz, so sagenhaft, dass bald aus ganz Europa Könige und Fürsten anreisen würden, um ihn zu sehen: ein lebendes Rhinozeros, ein indisches Panzernashorn. Weiterlesen

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Mina – ein Superstar. Und ein Phantom!

Schlagerstar Mina

Wer ein Geheimnis hat, braucht sich nicht weiter um das Interesse anderer Leute zu kümmern. Er hat es ganz selbstverständlich. Ein klug inszeniertes Geheimnis wirkt wie ein Magnet, der die Gedanken dauerhaft anziehen kann. Ein bisschen neue Nahrung und der Film im Kopf schlägt eine neue Richtung ein. Geheimnisse können in der Öffentlichkeit sogar Jahrzehnte lang ungelöst und gerade deshalb spannend bleiben, zum Beispiel, wenn eine Person plötzlich aus dem öffentlichen Leben verschwindet. So passiert mit Mina. Weiterlesen

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Geheimdienst-Pfuscher vollbringen eine PR-Meisterleistung

Zimmermann-Telegramm

Wer die Titelseite sucht und sich etwas traut, der wähle die erfolgreiche Blamage. Ein wunderbares Beispiel dieser PR-Taktik findet sich in der Geschichte des 20. Jahrhunderts: Es war im ersten Weltkrieg, auf den Meeren tobten grausame Seeschlachten, da wählte er englische Geheimdienst tatsächlich und bewusst die öffentliche Blamage und den Weg über die Titelseite, um den Deutschen ein Schnippchen zu schlagen. Mit einem Trick führten sie die Deutschen aufs Glatteis und stellten sich selbst dabei als Trottel hin. Eine PR-Technik mustergültig vorexerziert. Weiterlesen

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Ludwig XIV. – schon das Aufstehen wird zur Inszenierung

"Sonnenkönig" Ludwig XIV.

Eigentlich hätte sich der junge König um seinen Ruhm, seine Außendarstellung und die Inszenierung seiner Person nicht zu kümmern brauchen – es gab genügend Menschen, die diese Aufgaben liebend gerne übernahmen. Dennoch griff Ludwig XIV. aktiv in die PR des französischen Königshauses ein, indem er als erster die Bedeutung der Corporate Identity vollständig erkannte und sich selbst als „Sonnenkönig“ quasi als Marke aufbaute. Die „Medien“, die er dabei benutzte, waren Gemälde, Radierungen, Stiche, Münzen, Tapisserien und ritualisierte Feste bei Hofe. Dabei hätte der Kerl keinen großen Aufwand treiben müssen, um an der Macht zu bleiben. Weiterlesen

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Ruhmestausch der klugen Köpfe

Volltreffer!

Indem man sich im Glanze anderer sonnt, kann man ohne viel Mühe schnell Aufmerksamkeit erzielen. Das wissen die Werber schopn lange. Von „Testimonials“ reden die Profis wenn Thomas Gottschalk Gummibärchen futtert, George Clooney Kaffee trinkt oder Michael Ballack Reisepläne schmiedet.
Eine der klügsten Testimonial-Kampagnen der Werbegeschichte hat wohl die FAZ gemacht: Um sich als Tageszeitung der Intelligenzia am großen Medienmarkt zu positionieren, hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung sich schon früh für die Devise ‚Qualität statt Quantität‘ entschieden. Schon seit den fünfziger Jahren wirbt die überregionale Zeitung mit Testimonials. Weiterlesen

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Körperwelten – eine „Monstershow“ schreibt Mediengeschichte

Körperwelten – Das Buch zur Show

Wer bei der Zeugung und Geburt des Menschen für Ruhm und Geld seinem Gott ins Handwerk zu pfuschen gedenkt, steht mit Sicherheit im Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Neben der Schöpfung existiert nur ein zweiter Bereich, in dem herum zu experimentieren für den Menschen tabu ist: der Tod. Ihn gewaltsam herbeizuführen, ist in nahezu jeder Kultur verboten – es sei denn, es wird für Gott oder Vaterland gestorben. Den Tod nicht zu verhindern, wird in unserer Gesellschaft unter dem Stichwort Sterbehilfe immer wieder einmal hitzig diskutiert.
Die Toten selbst indes sind geschützt. Elend, Vergänglichkeit und Tod zur Schau zu stellen, ist demnach ein erheblicher Tabubruch – insbesondere, wenn man damit Geld verdient. Tut man es aber für die Wissenschaft, dann sind die Skrupel geringer. Eine Ambivalenz, die auch in der kontroversen Diskussion rund um die erfolgreichste Ausstellung der deutschen Geschichte deutlich wurde. Weiterlesen

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